Im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts manifestieren sich die großen Themen einer Zeit des wirtschaftlichen und politischen Umschwungs: Industrialisierung, Kapitalismus, Arbeitslosigkeit, Armut und der Erste Weltkrieg, genauso wie der kulturelle Aufschwung der ,Goldenen Zwanziger‘. Es sind eben diese Themen, die auch das Leben des Waisenjungen Karl Siebrecht prägen, der dem verlockenden Ruf der Großstadt folgt: „Nun fuhr er wirklich in die Welt hinaus. Hatte alles da hinten gelassen, was bisher sein Leben bedeutet hatte.“
Aus einer als eng empfundenen Kleinstadt in der Uckermark flieht der erst 16-jährige. „Ich will viel werden“, hat er sich in den Kopf gesetzt. Dort angekommen kann er von Glück reden, dass die patente Berliner Göre Rieke Busch ihn unter ihre Fittiche nimmt. Doch die Verheißungen Berlins erweisen sich bald als realitätsfern. Desillusioniert muss Karl Siebrecht feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, etwas aus sich zu machen. Doch er ist zäh und hat einen starken Willen. Er macht sich Freunde und Feinde, eckt bei Vorgesetzten an und findet Förderer, findet Liebe und wird enttäuscht. Karl Siebrecht wird zum Beobachter der Berliner Gesellschaft.